Arnold Zenkert am 22. März 2012

Mit Hilfe der Längengrad-Drehscheibe kann aus der wahren Ortszeit (WOZ) die mitteleuropäische Zeit (MEZ) auf einfache Weise bestimmt werden. Es werden die vom Längengrad abhängige Ortszeitdifferenz und die Zeitgleichung berücksichtigt, die man benötigt, um aus der wahren Ortszeit (WOZ), die die Sonnenuhr anzeigt, die MEZ zu berechnen. Umgekehrt kann man aus der MEZ die WOZ bestimmen. Das ist nützlich, wenn man eine Sonnenuhr mit Hilfe der Armbanduhr ausrichten möchte. Dann bestimmt man die WOZ zu einem MEZ-Zeitpunkt und genau zu diesem Zeitpunkt dreht die Sonnenuhr so lange, bis sie die ermittelte WOZ anzeigt. Längengraddrehscheibe von Arnold Zenkert Zusammenbau der Längengraddrehscheibe (Zeitgleichung -8min):

Die Zenkertsche Längengraddrehscheibe in einer Umsetzung von Johann Zimmerly, Augsburg

Kommentare

Einfach herrlich!
In der Vorlage "quadratisch-praktisch-gut" und ausgeschnitten "eine gelungene runde Sache"

Wieder ein Beispiel für das Geschick der "alten" Lehrergeneration, einfache Hilfsmittel ohne digitale Krücken zu entwickeln.

Bleib uns noch lange erhalten lieber Arnold Zenkert!

Ein sehr hilfreiche Vorrichtung - auch (bzw. besonders) für die "Sonnenuhrenprofis".
Beweis: Dass bei den DGC-Sonnenuhrenexkursionen "unsere" lautlosen Zeitmesser genau begutachtet werden versteht sich von selbst.
Deshalb hört man bei der Funktionskontrolle einer Sonnenuhr mit WOZ-Zifferblatt zwangsläufig die Frage: "Wie spät ist es denn jetzt nach WOZ?".
Diese einfache, praxsisnahe "Rechenmaschine" hilft hier weiter.
Vielen Dank Herr Zenkert!

Ich kann mich den VorKommentatoren nur anschließen. Eine gute praktische Sache. Freue mich Herrn Zenkert in Bötzow mal wieder persönlich begrüßen zu dürfen.

es dürfte doch nur eine frage der zeit gewesen sein, wann sich der rechen-schieber des herrn heinecke ( januar 2012 )in eine scheibe verwandeln
würde.. mit verlaub frage ich mich, ob nicht auch ein newcomer diese
idee hätte verwirklichen können. es hätte bestimmt nicht der "alten "
lehrergeneration bedurft!! wenn nun auf der rückseite der scheibe in einer
adäquaten aussparung - mit moanatsangaben und datumsabstufungen /
alles im kreisformat ! - auch noch angaben zur zeitgleichung ablesbar
wären , hätte diese "erfindung" noch mehr pfiff und der nutzer müßte nicht
noch auf separate tabellen zurückgreifen . vielleicht wäre dieser vorschlag
noch aufzugreifen ( machbar wäre es garantiert )

Lieber Herr Kroemer,

herzlichen Dank für Ihre anerkennenden Zeilen, die einem 88jährigen gut tun. Mein Leben galt der Schulastronomie, war 30 Jahre bei der Unterrichtsmittelkommision für Astro und von mir stammen Sternkarten, Diareihen, Modelle und vieles mehr. War Leiter des Planetariums Potsdam und das war meine schönste Lebenszeit. Es gibt in der Astro mit viel falschen Vorstellungen aufzuräumen und das hat mir immer Freude gemacht. Mein Buch "Faszination Sonnenuhr" (5. Aufl. 2005) ist Ihnen gewiss bekannt.
Dies auch ganz im Sinne von Bruno H. Bürgel (1875-1948), der mich seit meinem 13. Lebensjahr begeistert hat. Ich war auch Leiter der Bürgel-Gedenkstätte im Planetarium und habe über ihn viel geschrieben.
So blickt man auf sein Leben zurück und ist zufrieden. Es war nach 1945 schwer, da wir unsere Heimat im Sudetenland verlassen mussten, aber wir haben es gottlob geschafft. Seit 1954 wohne ich in Potsdam. Aus Böhmen vertrieben - in Potsdam geblieben!

Ihnen wünsche ich alles Gute und weiterhin Freude bei der wissenschaftlichen Betätigung.
Viele Grüße von Arnold Zenkert.

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