Stefan Sinne am 20. August 2019

Hallo Helios-Team
Hier eine Sonnenuhr die ab Herbstanfang automatisch von der Sommerzeit (MESZ) durch die tiefer stehende Sonne
auf Winterzeit (MEZ) umspringt . Oberes Zifferblatt besitzt römische Zahlen , das untere arabische Zahlen (spiegelbildlich) . Die Zahlen sind dann im Spiegel wieder richtig zu lesen . Diese Uhr steht in Mastholte (PLZ 33397).
Mit freundlichem Gruß
Stefan Sinne

Hallo Herr Sinne,

vielen Dank für die Zusendung der Bilder Ihrer interessanten Sonnenuhr. Eine sehr gute Idee, vor allem rückenschonend, weil man sich im Winterhalbjahr zum Ablesen nicht mehr bücken muss.
Darf ich Ihren Beitrag in unserem Blog veröffentlichen?
Das wird bestimmt auch andere Sonnenuhrliebhaber interessieren.

Mit freundlichen Grüßen
Carlo Heller


Hallo Herr Heller

Vielen Dank für die schnelle Antwort . Sie können diese Bilder/Beitrag gerne veröffentlichen . Ich würde mich sehr darüber freuen . Ich habe noch ein weiteres Bild hinzugefügt . Dort kann man die Art der Verschraubung besser erkennen.  

mit freundlichem Gruß
Stefan Sinne


Hallo Herr Sinne,
 
vielen Dank für Ihre Zustimmung.
Was sind denn das für interessante Schrauben? Haben Sie den Knick gebogen oder bekommt man diese fertig im Handel?
 
Gruß
Carlo Heller
 
Hallo Herr Heller
 
Es handelt sich bei den Schrauben um normale Edelstahl M6 Senkkopfschrauben .
Ich habe die Schrauben in eine Tischbohrmaschine gespannt . Und langsame Drehzahl vorgegeben und gegenläufig mit einer Rundfeile bearbeitet , um so eine exakt definierte Sollbiegestelle (Durchmesser 4mm) zu erhalten . Eine aufgedrehte Mutter hat dabei als Anschlag für die Feile gedient . So konnte ich sicherstellen das diese Sollbiegestelle bei allen 4 Schrauben an der gleichen Stelle sind . Da es ja sonst Probleme gibt das Lochbild abzustecken . Die Schraube zu biegen erfolgte im eingeschraubten Zustand , da ich ja anschießend die Sechskantmutter nicht mehr hätte aufdrehen können . Wenn ich nochmal diese Schrauben herstellen müsste würde ich auf 3,7mm gehen . Da das Schraubendurchgangsloch in der HPL-Platte sehr nah an der Aussenkante ist , habe ich dann noch mehr Sicherheit vor dem Aussreissen des Loches . Das Biegen erfolgte mit einem aufgesteckten Röhrchen mit dicker Wandung und dem Innendurchmesser 6,1mm . So konnte ich sicherstellen das die Verformung nur im Bereich der Sollbiegestelle stattfindet. Um den größten Teil des Gewindes habe ich Edelstahlröhrchen 8x1 aufgesteckt. Die sind also nur für eine schönere Optik .
Zu meiner Person : Meine Leidenschaft zu Sonnenuhren besteht seit 1994 . Ich habe da aus einem Metallreifen von einem alten Wagenrad eine Äquatorialsonnenuhr auf einem Pyramidenstumpf gebaut . Um diese auf die MESZ Anzeige bringen können sind da ja einige Kenntnisse notwendig .
Ich hatte dabei Niemanden den ich direkt hätte fragen können . Hier meiner Gegend (Kreis Paderborn und Kreis Gütersloh) ist eine Sonnenuhr eher selten . Das Buch von Siegfried Wetzel hat mir dabei sehr geholfen . Und wenn es in einem einmal „click“gemacht hat , dann erklärt sich vieles fast von selber .Ich habe in der letzen Zeit 10 verschiedene Sonnenuhren gebaut . Diese Leidenschaft werde ich scheinbar nicht mehr drangeben . 
 
Anbei : Noch ein Bild der Verschraubung 
 
mit freundlichen Gruß 
Stefan Sinne

Hallo Herr Sinne,
 
vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen zu Ihrem interessanten Biegeverfahren und Ihrer Sonnenuhren-Vita.
Ich werde demnächst Ihre Sonnenuhr im Blog veröffentlichen.
 
Viele Grüße
Carlo Heller

 

Kommentare

Nützlich, einfach, und sehr schön ausgeklügelt!

Lieber Herr Sinne,
Ihre realisierungstechnisch interessante Sonnenuhr habe ich in der Datenbank des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (www.gnomonica.de) unter DGC 18760 neu registriert.
Sonnige Grüße
Willy Bachmann

hallo sehr geehrter Herr Sinne
zuerst möchte ich betonen, dass (wahrscheinlich nicht nur) ich es toll finde, dass mal wieder ein offensichlich handwerklich begabter Sonnenuhrenbauer hier einen Betrag veröffentlicht! Solche schöpferischen "Basteler" gibt es hier viel zu wenige, darum von mir ein großes "Klasse! - weiterso!"
die Idee mit dem waagerechten Bodenspiegel unter den Winterhalbjahrzifferblatt finde ich sehr gut, erleichtert es das Ablesen doch sehr. allerdings:
in ihrer Skizze geht von der Sonne nur ein Lichtstrahl direkt auf das Zifferblatt. Der so erzeugte Stabschatten zeigt die Zeit an. ok.
Doch: die Sonne scheint auch direkt auf den Spiegel. Dieses Licht wird hier reflektiert und trifft ebenfalls auf das Zifferblatt , allerdings in einem anderen (verfälschten) Winkel. So entsteht (außer beim wahren Mittag) ein 2. Schattenstabschatten, der dann natürlich eine falsche Zeitanzeige bewirkt. Weil das reflektierte Spiegellicht im steleren Winkel auf das Zifferblatt fällt, erscheint dieses sogar heller als das flach einfallende "Originallicht".
Dies ist-zumindest zeitweise- sehr störend. Bitte probieren sie dies an ihrem Modell selbst aus.
Um das "falsche Spiegel-sonnenlicht zu verhindern müsste der Spiegel beschattet sein, z.B. durch eine (mindestens 180°) umlaufende Schattenwand. Durch eine geschickte Anordnung dieser Abschirmung könnte trotzdem der " Spiegelblick" auf das Zifferblatt möglich sein-

Hallo Anonymous
Vielen Dank für die Anerkennung meiner Sonnenuhr . Die Sonnenuhr steht bei meiner Tochter im Wintergarten . Ich habe selber noch keinen Blick nach dem entscheidenden Datum (Herbstanfang) darauf werfen können . Und wenn ich mir überlege wie dieses aussehen könnte ,würde ich vermuten viel zusätzliches Licht und ein kurzer doppelter Schatten . Ich werde mir die Uhr beim nächsten Besuch bei meiner Tochter mal wieder mit nach Hause nehmen . Und ihre Idee mit der Schattenblende wird in jedem Fall berücksichtigt. Also etwas Feintuning ist angesagt
mit freundlichen Gruß

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